Licht-Planer
Wie viel Licht braucht mein Raum?
Ein Raum wirkt selten wegen einer einzigen Lampe gemütlich, sondern weil das Licht aus mehreren Quellen kommt. Hier siehst du, wie hell dein Raum sein sollte, wie du das Licht aufteilst, welche Lichtfarbe passt und wie die Leuchte über dem Esstisch hängt.
1. Wie hell muss der Raum sein?
Licht gesamt
2.000–3.000 Lumen
Wohnzimmer: 100–150 lm je m² × 20 m². Das entspricht ungefähr 3 klassischen 60-Watt-Glühbirnen (je etwa 800 lm) — aber verteilt auf mehrere Lichtquellen, nicht in einer Deckenleuchte.
- Grundlicht (40 %, etwa 1.000 lm)macht den Raum hell: Deckenleuchte oder Spots, gern dimmbar
- Zonenlicht (40 %, etwa 1.000 lm)beleuchtet, wo etwas passiert: Leselicht am Sofa, Licht über dem Couchtisch
- Stimmungslicht (20 %, etwa 500 lm)macht es gemütlich: Tischleuchte im Regal, Kerzen, Lichterkette
2. Welche Lichtfarbe?
Die Lichtfarbe steht in Kelvin (K) auf der Verpackung. Je niedriger die Zahl, desto wärmer das Licht.
Empfehlung Wohnzimmer: 2.200–3.000 K
2700 K ist der Klassiker fürs Wohnzimmer: warm, aber noch klar. Abends gedimmt Richtung 2200 K wirkt wie Kerzenschein. Achte außerdem auf eine gute Farbwiedergabe (Angabe „Ra“ oder „CRI“, ab 90 aufwärts) — dann sehen Holz, Stoffe und Pflanzen aus wie bei Tageslicht.
3. Pendelleuchte über dem Esstisch
Empfehlung
2 Leuchten, je Ø 45–60 cm
Unterkante 60–75 cm über der Tischplatte — bei üblicher Tischhöhe also etwa 135–150 cm über dem Boden.
- Breite der Leuchte: etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Tischbreite, und so, dass zwischen den Schirmen Luft bleibt. Größer blendet und stößt an die Köpfe, kleiner wirkt verloren.
- Aufhängepunkte gleichmäßig verteilen: rund 90 cm von Mitte zu Mitte, die äußeren etwa 45 cm vom Tischende.
- Statt mehrerer Leuchten geht auch eine lange Leuchte: etwa zwei Drittel der Tischlänge, rund 120 cm.
- Hohe Menschen am Tisch oder ein offener Raum mit Blickachse: eher 75 cm. Sehr niedrige Decke: eher 60 cm.
- Dimmbar ist Gold wert — hell zum Basteln und Hausaufgaben, gedimmt zum Abendessen.
Noch unsicher, wie groß der Tisch sein soll? Der Esstisch-Rechner sagt dir Tischgröße, Abstände und die Maße für Läufer und Tischdecke.
Zum Esstisch-Rechner →Alle Werte sind gängige Richtwerte aus Einrichtungs- und Beleuchtungsratgebern, keine Norm. Wie hell ein Raum wirkt, hängt stark von Wandfarbe, Fenstern und Abstrahlwinkel der Leuchten ab — lieber etwas mehr Licht einplanen und dimmen.
Hintergrund
Warum eine Deckenleuchte allein nie gemütlich wird
Gemütliche Räume sind nicht dunkler, sondern besser verteilt beleuchtet: Licht auf mehreren Höhen, aus mehreren Ecken, in warmer Farbe.
Drei Ebenen Licht
Grundlicht macht den Raum hell, meist von der Decke. Zonenlicht beleuchtet, wo etwas passiert: den Sessel zum Lesen, den Esstisch, die Arbeitsfläche. Stimmungslicht ist das, was abends übrig bleibt — die kleine Leuchte im Regal, Kerzen, eine Lichterkette.
Faustregel: mindestens drei Lichtquellen pro Raum, auf unterschiedlichen Höhen. Dann entstehen keine dunklen Ecken, und die Deckenleuchte darf abends aus bleiben.
Die Leuchte über dem Esstisch
Die Pendelleuchte hängt 60 bis 75 Zentimeter über der Tischplatte. Höher, und sie blendet alle, die sitzen. Tiefer, und man sieht sein Gegenüber nicht mehr.
Ihre Breite liegt bei der Hälfte bis zwei Dritteln der Tischbreite. Lange Tische vertragen zwei oder drei kleinere Leuchten besser als eine riesige — gleichmäßig verteilt, damit auch die Enden Licht bekommen.
Warmes Licht, helle Wände
Die Lichtfarbe steht in Kelvin auf der Verpackung. 2700 Kelvin sind das warme Weiß, das man von Glühbirnen kennt — der Standard für Wohn-, Ess- und Schlafzimmer. Ab 4000 Kelvin wird es neutral bis kühl: gut für Arbeitsflächen, ungemütlich auf dem Sofa.
Und die Wände spielen mit: Helle Wände werfen das Licht zurück, dunkle schlucken es. Wer dunkel streicht, plant rund ein Fünftel mehr Licht ein.


